Snooker - Klar auf dem Vormarsch

Snooker ist eine Billard-Variante. Es meint eine Spielsituation, in der ein Spieler einen Ball nicht direkt anspielt sondern eine schwierige Variante bringen muss, etwa einem Spiel „über Bande“ oder einem „Bogenball“. Der Ball wurde gesnookert, beziehungsweise behindert oder gesperrt.

Snooker ist eine Billard Variante aus Großbritannien

Im Vergleich zu Billard ist Snooker technisch schwieriger zu spielen und erfordert eine hohe Spieltaktik vom Snooker. Die technische Schwierigkeit beruht etwa auf der größeren Spieltischfläche und dem kleineren Balldurchmesser.

Die Taschen sind weiter und enger. Der Tascheneinlauf ist abgerundet. Ein anstoßender Ball rollt leicht wieder heraus. Das wechselnde Anspielen von roten oder anderen Bällen und möglichst oft den schwarzen Ball (er hat den höchsten Wert) zu spielen, erfordert vom Snooker viel Kontrolle über den weißen runden Ball. Snooker wird in erster Line in Großbritannien, Irland und einigen Commonwealthländern gespielt. Erfolgreiche Snooker gelten als Stars oder gar als Nationalhelden, etwa Ken Doherty in Irland und der Thailänder James Wattana.

Die meisten Profis kommen aus England und Schottland, Wales oder Nordirland und Irland. Hochrangige Turniere sind mit vielen hunderttausend Euro dotiert und werden von Fernsehanstalten live übertragen.

Britische Soldaten brachten Snookertische in die Bundesrepublik

In Deutschland ist Snooker mit rund 4.000 Spielern eine Randsportart, Großbritannien hat etwa sechs Millionen). Die Billard Variante nimmt in Deutschland an Beliebtheit zu. Im Dezember 1900 erschienen die ersten offiziell gültigen Weltregeln von der Billiards Association. In der Bundesrepublik stationierte britische Soldaten brachten in den 1980er Jahren Tische hierher.

Der erste deutsche Verein datiert auf das Jahr 1984. Er war in Hannover. 1987 entstand der Dachverband für Snooker, der sich 1999 mit der Deutschen Billard-Union zusammenschloss. Heute ist die DBU der Dachverband der Billardspieler in der Bundesrepublik. Seit 1999 leitet Thomas Hein die Sektion Snooker.

Bekannte deutsche Snooker/innen gewinnen Turniere

Seit dieser Zeit nehmen die Snooker Anhänger stetig zu und gewinnen an Bedeutung. Die Snooker Main Tour etwa strahlt der Sender Eurosport aus, während die Premier League Snooker der Sender Sport1 überträgt. Rolf Kalb, Kommentator bei Eurosport, hat wesentlich dazu beigetragen, dass Deutsche an dieser Spielart Gefallen finden. Er erklärt diese Sportart und seine Regeln insbesondere Neulingen.

Bei Billardclubs findet man immer häufiger Snookertische. Wer will, kann sich im Snooken versuchen. Deutsche Snooker verzeichnen zunehmend Erfolge. Ein großer Moment war der Einzug ins Halbfinale beim IBSF World Grand Prix im Jahr 2006 dank Lasse Münstermann. Den größten Erfolg im Snookersport erzielte das Team Lasse Münstermann und Sascha Lippe sowie Itaro Santos. Das Trio gewann den European Team Championship 2007.

Den gleichen Titel holte 2010 das Frauen Team Diana Stateczny und Anne-Katrin Hirsch. Patrick Einsle spielte bei der Main Tour der Jahre 2006/07 mit.

Titel und bekannte Turniere fördern die Sportart

2015 erreichte Lukas Kleckers das Halbfinale der Amateur-Weltmeisterschaft. Von 1995 bis 1997 gab es in der Bundesrepublik die German Open, ein Ranglistenturnier. Die European Snooker League, später Premier League, fand schon in Deutschland statt. Seit 2004 ist das Grand Prix Fürth von großer Bedeutung.

Drei Jahre später nannte man es in Paul Hunter Classic um. Die Masters in Berlin Anfang 2011 war wieder Mal ein Ranglistenturnier auf deutschem Boden. Geduld, Übung und Training machen Snooker erfolgreich. Ein Sport, der eher ein Kopfsport ist und hier bei uns immer Anhänger und Fans findet. Billard kennt jeder. Man kann es in vielen Kneipen spielen. In einigen Jahren kann dies bei Snooker auch der Fall sein.